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Freimaurerloge 'Schiller'

Startseite arrow Logengeschichte arrow XII. Nachbemerkung 21.10.2017

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Kant
XII. Nachbemerkung Drucken

Ein Rückblick auf die Geschichte unserer Johannislogen in Essen spiegelt beispielhaft die von menschlichen Schwächen und Irrungen geformte Entwicklung der deutschen Freimaurerei wider. Auch hier kann man leider nicht jene häßlichen Rostflecken übersehen, die die Weltbruderkette im Laufe der Zeiten fast unvermeidlich angesetzt hat, jene unselige Zersplitte­rung, die mit den Begriffen „humanitäre“ und „christliche“, oder „reguläre“ und „irreguläre“ Freimaurerei verbunden ist. Auch unsere Bauhütten inmit­ten einer von harter Arbeit geprägten Industrielandschaft waren keine abge­schlossenen Andachtsstätten, das so gar nicht ideale Leben des Tages verebbte nicht immer an der Tempelpforte. Die Männer, die hier aufge­wachsen sind und den Bund der Freimaurer darstellten, bildeten sich durch­aus nicht ein, daß gerade sie auf den Höhen der Menschheit wandelten; sie kamen ja als Suchende, nicht Vollendete, und so waren Dissonanzen unver­meidlich, einige verklangen bald wieder, andere hielten die Gemüter längere Zeit in Aufregung.


Die Freimaurerei hat aber auch hier ihre Unverwüstlichkeit bewiesen. Alle Mängel der Organisation, aller Systemhader, alle Unterdrückungen haben nicht ausgereicht, den Gedanken der Einigkeit wirkungslos zu machen. Nach einer Periode des Klassenhasses, der weltweiten Katastro­phen und nie endenden, stets neu aufflackernden verheerenden Kriege wurde es zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Freimaurerei möglich, aus den Trümmern den brüderlichen Gedanken neu erstehen zu lassen, und was früher noch als unmöglich gegolten und belächelt worden wäre, hat sich seit einem halben Jahrhundert bestens bewährt. Den äußeren und inneren Frieden zu erhalten muß nunmehr das Bemühen der Freimaure­rei gelten. Sie kann, wenn sie den Willen zur Einigkeit beibehält, eine Macht sein. Nicht eine Weltmacht politischen oder kirchlichen Gepräges, sondern eine sittliche Macht, deren Einheit auf dem gemeinsamen Besitz der gleichen tiefen Symbolik beruht; eine sittliche Macht gegenüber dem schrankenlosen Egoismus, ein Kraftzentrum, das Humanität, die zu allen Zeiten nottut, und den Willen zu sozialer Verantwortung, in die politischen, religiösen und sozialen Kämpfe ausstrahlt. Bewahren wir uns diese Einheit als unser höchstes Gut.

 

Br:. Heinz Schuler (1928 - 2007)

 

 

Was ist Freimaurerei?

Daheim ist sie Güte,
im Geschäft ist sie Ehrenhaftigkeit,
in Gesellschaft ist sie Höflichkeit,
in der Arbeit ist sie Anständigkeit,
für den Unglücklichen ist sie Mitleid,
gegen das Unrecht ist sie Widerstand,
für das Schwache ist sie Hilfe,
dem Gesetz gegenüber ist sie Treue,
gegen den Unrechttuenden ist sie Vergessen,
für den Glücklichen ist sie Mitfreude,
vor Gott ist sie Ehrfurcht und Liebe.

 

 

 
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