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Freimaurerloge 'Schiller'

Startseite arrow Unser Namenspatron arrow II. Kurzbiographie 28.03.2017

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II. Kurzbiographie Drucken

Geboren wurde Friedrich Schiller 1759 im schwäbischen Marbach als Sohn eines Feldschers im Offiziersrang. Der württembergische Herzog steckte gegen den erklärten elterlichen Willen den begabten Jungen für acht Jahre in seine Militär-Akademie auf der Solitude, der westlich Stuttgart gelegenenen Sommerresidenz, wo er Rechtswissenschaft und Medizin studierte und sich zu späteren Diensten verpflichten mußte. 1780 wurde er Militärarzt. Von Stuttgart aus fuhr er ohne herzogliche Erlaubnis nach Mannheim, um eine Aufführung seines Erstlingswerkes Die Räuber anzusehen. Das Theater, berichtete ein Zuschauer, glich einem Irrenhaus, so sehr war das Publikum hingerissen von dem Feuer, dem Schwung, der Freiheitsglut des Stückes. Doch Schillers Landesherr Carl Eugen war verstimmt, zumal auch die Schweizer sich durch einige Stellen des Werkes beleidigt fühlten. Kurzerhand verbot er Schiller das Komödieschreiben, wie er es nannte. Um solchen Fesseln und einer Bestrafung zu entgehen, floh der junge Dichter nach Mannheim, wurde dort aber im Stich gelassen, schlug sich recht und schlecht durch, kam dann im Jahre 1783 auf eine Weile als Theaterdichter nach Mannheim zurück, ging aber bald nach Leipzig und anschließend nach Dresden. 1787 kam er vorübergehend nach Weimar, arbeitete in Rudolstadt, wo er seine spätere Frau Charlotte von Lengefeld kennenlernte, bis er endlich durch Goethe eine Professur für Geschichte in Jena erhielt. Das war 1789, im ersten Jahr der Französischen Revolution. Zwei Jahre darauf brach er wegen Überarbeitung zusammen. Eine dreijährige Rente des Prinzen Friedrich Christian von Schleswig-Holstein-Augustenburg half ihm weiter. Wichtig wurde die Bekanntschaft mit dem jungen aufstrebenden Verleger Johann Friedrich Cotta (1764-1832), der dann die Zeitschriften Die Horen und Musenalmanach herausbrachte. Um die gleiche Zeit lernten sich Schiller und Goethe nach einer Zufallsbesprechung richtig kennen, arbeiteten zusammen an den Zeitschriften und schlossen jene künstlerische Freundschaft, die als klassisches Dioskurenpaar in die deutsche Literatur- und Geistesgeschichte eingegangen ist. Bekanntlich waren Goethe und Schiller einander ursprünglich antipathisch. Schiller rügte an Goethe ohne jede Paraphrase:

Dieser Mensch, dieser Goethe ist mir einmal im Wege [...]. Öfters [um ihn zu sein] würde mich unglücklich machen: er hat auch gegen seine nächsten Freunde kein Moment der Ergießung, er ist an nichts zu fassen; ich glaube in der Tat, er ist ein Egoist in höchstem Grade. Er besitzt das Talent, die Menschen zu fesseln, und durch kleine sowohl grosse Attentionen sich verbindlich zu machen, aber sich selbst weiß er immer frei zu halten [...]. Ein solches Wesen sollten die Menschen nicht um sich herum aufkommen lassen. Mir ist er dadurch verhaßt, ob ich gleich seinen Geist von ganzem Herzen liebe und groß von ihm denke. Eine ganz sonderbare Mischung von Haß und Liebe ist es, die er in mir erweckt hat.

Und Goethe? Er wußte an Schiller nicht mehr zu rühmen, als daß er sich durch seine Schriften einen Namen erworben und erklärte nachträglich ganz offen: Schiller war mir verhaßt. 1799 übersiedelte Schiller endgültig nach Weimar, arbeitete für das Theater und schrieb seine vollendetsten klassischen Dramen, die ihn als Meister der tragischen Form ausweisen. 1802 vom Kaiser in den Reichsadelsstand erhoben, ist er drei Jahre später als Hofrat von Schiller im Alter von 46 Jahren gestorben.


Schiller war seit seiner Flucht aus dem Herrschaftsbereich des württembergischen Herzogs Carl Eugen ständig von Freimaurern umgeben, seine engsten Freunde und Gönner gehörten dem Bund als aktive Mitglieder an. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an die Namen Körner, Herder und Goethe. Insbesondere Christian Gottfried Körner, der ihn in dem relevanten Betrachtungszeitraum sehr beeinflußt hat und bei dem er einige Zeit wohnte, war ein engagierter Freimaurer, und auch der Weimarer Kreis, einschließlich des dortigen Herzogs Carl August war bekanntlich der Freimaurerei sehr verbunden. Auch geht Schiller in seinen Briefen und Aufzeichnungen vielfach auf maurerische Interna ein, alles Hinweise, die eine Logenmitgliedschaft zumindest glaubhaft erscheinen lassen.

 
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