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Freimaurerloge 'Schiller'

Startseite arrow Unser Namenspatron arrow III. Schillers Geisteshaltung 19.08.2017

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Kant
III. Schillers Geisteshaltung Drucken

Freunde gehörten schon immer zu Schillers Lebensbedürfnissen, wie er auch umgekehrt gleichgesinnte Menschen stets mächtig anzog. Er war, wie alle anderen Menschen auch, ein Kind seiner Zeit. Leidenschaftlich hat er stets seine Sympathien für die Gedanken der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit vertreten. Der Ausbruch der Französischen Revolution im Jahre 1789 mit einer fast unvorstellbaren Begeisterung für die freiheitlichen Gedanken trafen seinen innersten Nerv. Nicht nur die Jugend, sondern nahezu das ganze geistige Deutschland begrüßte die neuen Ideen als Offenbarung. Am 26. August 1792 ernennt ihn die Pariser Nationalversammlung zum Ehrenbürger der französischen Republik, obschon er mit seiner Kritik am Verlauf der Revolution nicht zurückhält.

Äußerlich nicht besonders vom Glück begünstigt, angewiesen auf einen schwachen Körper, hat ihn die Kunst aufrechterhalten und über Kummer, Krankheit und Sorgen emporgehoben. Seine Kunst war nicht die Leidenschaft, sondern die Schönheit. So hat er sich durch Sturm und Drang hindurchgerungen bis zur Höhe klassischen Empfindens, wo aller Kampf schweigt, wo das Leben sich der Schönheit und dem Ideal unterordnet. Jahrelang hat er über das Wesen des Schönen und des Erhabenen nachgedacht, nicht geruht, bis er den von Kant übersehenen objektiven Begriff erreicht hatte. Auf den verschiedensten Wegen hat er den Zwiespalt zwischen dem Ideal und dem Leben zu versöhnen gesucht. Seine klassischen Dramen umgeben das Leben mit einem verklärenden Glanz, reine Schönheit läßt selbst den Ernst des Lebens in der sonnigen Heiterkeit der Kunst aufgehen. Er hat den Weg gewiesen, auf dem das Menschengeschlecht durch ästhetische Erziehung veredelt und gehoben werden könnte, er hat dem einzelnen den Weg gezeigt, auf dem er dem harten Drang des Lebens in das Reich des Idealen fliehen und so, wenn auch körperlich unter dem Leben leidend, geistig über das Leiden siegen und herrschen könne. In ihm glühte diese Liebe wie eine heilige Flamme; sein Talent war ein unschätzbares Geschenk der Götter, ganz im Sinne der Griechen, die in der Kunst ein ideales Leben sahen. In ihm hat das Ideal über das Leben, über Lüge, Neid und Bosheit der Feinde, über Krankheit, Kummer, Gram und Unglück gesiegt, alles Gedanken, die der maurerischen Auffassung nahestehen. Und diese Entwicklung vollzog sich mit einer Hast und Energie, Überstürztheit und Fieberhaftigkeit, die aus dem dunklen Vorgefühl floß, wenig Zeit zu haben, was ihn mit zahlreichen anderen Frühvollendeten verbindet, mit Raffael, Mozart, Schubert.

 
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