A A A

Freimaurerloge 'Schiller'

Startseite arrow Unser Namenspatron arrow X. Wurde Schiller von Freimaurern ermordet? 16.12.2017

Hauptmenü

Startseite
Suche
Kontakt
Weblinks
Impressum

Artikel

Logengeschichte
Unser Namenspatron
Kant
X. Wurde Schiller von Freimaurern ermordet? Drucken
Der Name Mozart wurde bereits erwähnt, gewiß nicht zufällig, denn bereits die äußeren Lebensumstände der beiden Genies Mozart und Schiller bieten viel des Ähnlichen. Beider Jugend vergeht im Hofdienst, der hier wie dort ein gewaltsames Ende findet, und zwar sind es die jungen Männer selbst, die in leidenschaftlichem Freiheitsdrang der unwürdigen Knechtschaft ein Ende machen. Wie Mozart dem Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo, so stand der Dichter der Räuber dem Herzog Carl Eugen von Württemberg gegenüber und in beiden Fällen kannten die fürstlichen Dienstherren ganz gut den Wert ihrer jungen Künstler. Hinausgestoßen in ein Leben, müssen beide alle Kraft aufbieten, um sich über Wasser zu halten. Früh hält die Krankheit ihren Einzug in den von Jugend auf geplagten und erschöpften Körper, und in raschem Schaffen eine Fülle des Schönsten und Edelsten erzeugend, durchrasen sie die letzte Phase ihres kurzen Lebens. In Mühe und Arbeit, in Krankheit und Erschöpfung ist beiden der größte Teil des Lebenszeit vergangen. Ja, eine seltsame Ähnlichkeit läßt wie Mozart auch Schiller ein unwürdiges Begräbnis finden. Und noch etwas: Beide sollen von Freimaurern ermordet worden sein.

Seit mehr als zwei Jahrhunderten geht das Gerücht über Mozarts unnatürliches Ende durch die Welt. Kein Wunder, daß derartige Thesen von Freimaurergegnern begierig aufgenommen und für ihre Zwecke propagiert wurden und immer noch werden. Aber auch Schiller soll das gleiche Schicksal erlitten haben, an dem auch Goethe beteiligt gewesen sein soll. Bereits in der nach dem ersten Weltkrieg erschienenen Turnzeitung des völkischen deutschen Turnverbandes wurde diese Ermordung in folgender Weise geschildert:

Schiller war Mitglied des Illuminatenordens, ebenso Johann Heinrich Voß, Goethe, Königin Luise [von Preußen], Prinz Louis Ferdinand und andere. Durch die starke Betonung des germanischen Gedankens der persönlichen Freiheit machte Schiller sich bei dem Ordensoberen mißliebig. Besonderen Anstoß erregte der „Geisterseher“ wegen Verrats der Ordensgeheimnisse. Schiller wurde ernsthaft verwarnt, schrieb aber den ebenso anstößigen „Wilhelm Tell“. Als nun der „Ordensspion“ Voß erfuhr, daß der Dichter am „Demetrius“ arbeite, beschloß der Orden, Schiller zu töten. Goethe wußte darum, durfte aber mit Rücksicht auf sein eigenes Leben den Freund nicht warnen. Er weinte eines Nachts lange vor des Freundes Hause, konnte ihn aber nicht retten. Die Ermordung geschah am 9. Mai [1805] Schiller wurde in unwürdigster Form im Kassengewölbe [auf dem Jakobusfriedhof] beigesetzt, noch 1826 widersetzte sich der Orden der Überführung in die Fürstengruft.

An dem ganzen Bericht stimmt zu gut wie nichts. Die Königin Luise kann dem reinen Männerorden nicht als Mitglied angehört haben. Voß war zwar Freimaurer, sein Name taucht jedoch in keiner Illuminatenliste auf. Goethe sah Schiller am 28. April zum letztenmal; von dieser Begegnung kehrte er in sein Haus zurück und erkrankte selbst ernsthaft an einer Kolik und war zu dieser Zeit so krank, daß es niemand wagte, ihm Schillers Tod mitzuteilen. Am 10. Mai sagte es ihm seine Frau unter Schluchzen. Ich dacht mich selbst zu verlieren, schrieb er an Zelter, und verliere nun einen Freund und in demselben die Hälfte meines Daseins. Abgesehen von diesen Unmöglichkeiten ging dieser starke Toback sogar den Lesern der Turnzeitung auf die Nerven. Daher fand sich bereits in der nächsten Nummer ein berichtigender Artikel. Unbelehrbar allerding blieb der Ludendorff-Kreis, der diese widersinnige These in zahlreichen Publikationen immer wirder aufwärmte und feststellte: Mozart wie Luther, Lessing, Schiller und gar manch andere Gemordete werden zum Retter des Volkes vor der Pest der Geheimorden, die sich ein Recht anmaßen zu morden, wenn ihre verbrecherischen Geseztze, die den Tempel Salomos, das heißt die Judenschaft errichten sollen, ihnen das erlauben!
 
< zurück   weiter >
[ Zurück ]
 
TOP